A Dollar in the Sand
© Koh Yao Yai Village
Advertorial
Familientage im Koh Yao Yai Village: Zwischen Phuket und Krabi liegt eine Insel, auf der man langsamer geht – mit Nashornvögeln auf der Veranda, Sanddollars am Strand und einem Abendritual namens Mango Sticky Rice.
Als ich am Strand von Koh Yao Yai meinen ersten Sanddollar finde, halte ich ihn für eine Fälschung. Das feine Sternmuster sieht aus, als hätte jemand einen flachen Stein sorgfältig graviert und dann achtlos im Sand liegen lassen. Ein paar Schritte weiter liegt ein zweiter. Dann ein dritter, halb vom Wasser überspült.
Eine grosse lange Insel
Sanddollars gehören zu den Seeigeln. Was am Strand liegt, sind ihre Kalkskelette, hell und kahl, mit einem fünfteiligen Muster, das an eine Blüte erinnert. Kein Stück gleicht dem anderen. Bis zum Ende der Reise wächst auf unserer Veranda eine kleine Sammlung heran, Scheiben jeder Grösse, die wir drehen, gegen das Licht halten und miteinander vergleichen. Finden kann man sie nur, wenn man langsam geht. Auf Koh Yao Yai fällt uns das erstaunlich leicht.
Der Name bedeutet «grosse lange Insel», und das ist bemerkenswert nüchtern für einen Ort, der zwischen zwei deutlich lauteren Nachbarn liegt: Phuket im Westen, Krabi im Osten, dazwischen die Phang-Nga-Bucht mit ihren Kalksteinfelsen, die senkrecht aus dem Wasser steigen. Das Speedboot braucht von Phuket aus rund 35 Minuten. Gemessen an der Ruhe, die uns am anderen Ufer erwartet, fühlt sich die Strecke an wie eine halbe Weltreise.
Wer besucht hier wen?
Unsere Villa steht auf Stelzen, mitten im Grün, das bis an die Veranda heranwächst. Durch die Blätter schimmert das Meer. Vögel landen auf dem Geländer, als hätten sie hier Hausrecht, und ein Riesenhörnchen turnt durch die Äste über unserem Pool. Nach ein paar Tagen bin ich mir nicht mehr sicher, wer hier eigentlich bei wem zu Besuch ist.
Morgens rolle ich die Yogamatte an unserem privaten Pool aus, manchmal auch unten am Strand, mit Blick auf die Felsen. Aus den Bäumen ruft ein Gecko unermüdlich seinen eigenen Namen: «To-keh! To-keh!» Bei Ebbe kriechen Krabben aus ihren Löchern und huschen seitwärts über den nassen Sand, bis die Flut zurückkommt und alles wieder glattstreicht. Ich bleibe oft länger sitzen als geplant.
Der Morgen der Hornbills
Dann kommt der Morgen mit den Hornbills. Acht Nashornvögel verteilen sich auf unserer Veranda und in den Bäumen davor, jeder mit einem mächtigen, gebogenen Schnabel. Wir erstarren. Die Kinder flüstern, niemand wagt sich zum Kühlschrank, aus Angst, die Vögel könnten gleich wieder davonfliegen. Viele Nashornvogelarten bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu, in Thailand gelten sie deshalb als Symbol für Liebe und Treue. Noch mehr beeindruckt mich das Personal: Wer hier arbeitet, sieht die Vögel fast täglich und ist trotzdem jedes Mal aus dem Häuschen, wenn ein Paar über die Anlage segelt.
Den Waran muss man dagegen suchen. Er gilt als inoffizielles Maskottchen des Resorts, und wo er sich gerade aufhält, verrät einem niemand. Wer ihm auf einem der Naturwege begegnet, wenn er sich gemächlich ins Gebüsch schiebt, hat Glück. Mit den Sanddollars ist es ähnlich.
Fundamentalpowerboring
Beim Frühstück werden wir am zweiten Tag mit Namen begrüsst. Mein Lieblingsplatz ist die Teestation: frische Kräuter, Ingwer, getrocknete Blüten und Früchte, dazu schwere Steinmörser. Man zerstösst sich seine eigene Mischung, giesst heisses Wasser darüber und liest auf einer Tafel nach, wogegen das alles helfen soll. Mittags zeigt uns eine Frau von der Insel in einem der kostenlosen Workshops, wie man aus Palmblättern Tiere faltet. Was bei ihr zum Fisch wird, gerät bei uns zum ratlosen Knäuel, und ihre Geduld mit uns vieren grenzt an Heldentum.
Es gibt einen Zustand, dem ich neulich einen Namen gegeben habe: fundamentalpowerboring. Gemeint sind Stunden, in denen kaum etwas passiert und einem irgendwann auffällt, wie wenig einem eigentlich fehlt. Ein Hornbill auf dem Geländer. Eine Tasse selbst gemörserter Tee. Ein Dinner am Strand mit fünf Gängen, der Tisch ganz allein im Sand. Zusammengenommen ergibt es genau das, wofür wir hergekommen sind – Zeit für uns ohne Ablenkung.
«Less spicy», bitte
Abends zieht es uns hinaus in die Dörfer. Leuchtreklamen sucht man vergeblich, Einkaufszentren auch. In den kleinen Lokalen arbeiten oft drei Generationen Hand in Hand. Bier steht selten auf der Karte: Koh Yao Yai ist muslimisch geprägt, viele Familien stammen von malaiischen Siedlern ab, die vor rund 300 Jahren aus den südthailändischen Provinzen Satun und Trang herüberkamen. Auf unseren Abendspaziergängen begleitet uns der Ruf des Muezzins. Die Insel hat ihren eigenen Takt, und er ist deutlich älter als der Tourismus.
Bestellt werden meist unsere Lieblinge, Tom Yum Gung und Tom Kha Gai, dazu die ausdrückliche Bitte: «less spicy». Der Kellner grinst breit und nickt eifrig. Der erste Löffel klärt dann, ob wir unter «weniger scharf» dasselbe verstehen oder ob gefühlt noch zwei Kilo Reis nötig sind. Beim Dessert herrscht dafür Einigkeit: Den besten Mango Sticky Rice der Reise gibt es im Chill Chill at Pai, gleich an der Strasse vor dem Resort. Bald endet jeder Abendspaziergang dort, mit vier Portionen zum Mitnehmen.
109 Meter über Hong Island
Für einen Ausflug mieten wir ein Longtailboot. Der Motor knattert los, der Bug hebt sich aus dem Wasser, und die Felsen der Bucht ziehen an uns vorbei. Die berühmte James Bond Island lassen wir aus, dort liegen die Ausflugsboote dicht an dicht. Unser Bootsfahrer legt die Stationen so, dass wir dem Besucherstrom immer einen Schritt voraus sind. Ich schnorchle und entdecke Fische, die ich noch nie gesehen habe.
Auf Hong Island wollen wir hinauf zum Aussichtspunkt. Die Kinder bleiben lieber im Wasser, keine Aussicht der Welt bringt sie auf diese Treppe. Stufe um Stufe kann ich ihre Entscheidung besser nachvollziehen. Oben wandert mein Blick über die Selfiesticks hinweg, hinaus zu den Kalksteinfelsen, die überall aus dem Meer ragen, manche schmal und steil wie Finger, andere zu breiten Gruppen verwachsen. Sie liegen verstreut im Wasser wie die Sanddollars im Sand, und keiner gleicht dem anderen. Irgendwo dort unten schnorcheln unsere Kinder. Sie würden sagen, dass wir gerade die Fische verpassen.
Zurück in den Sand
Am letzten Morgen tragen wir die Sammlung von der Veranda hinunter an den Strand. Die Kinder verhandeln noch kurz über die schönsten Stücke, dann legen wir sie zurück, eine Scheibe nach der anderen, dorthin, wo die nächste Flut sie holen wird. Irgendjemand wird sie finden. Vorausgesetzt, er geht langsam genug.
Koh Yao Yai Village
Lage: Auf Koh Yao Yai in der Phang-Nga-Bucht zwischen Phuket und Krabi.
Anreise: Speedboot-Transfer des Resorts ab Ao Po Grand Marina auf Phuket, rund 35 Minuten.
Wohnen: Garten-, Familien- und Poolvillen, alle auf Stelzen im Grünen.
Im Resort: Zwei Poolanlagen, ein Spa im Grünen und eine Beachbar mit täglicher Happy Hour. Am Frühstücksbuffet Live-Cooking und eine Teestation zum Selbermischen, mittags kostenlose Workshops. Ein privates Dinner am Strand lässt sich arrangieren.
Natur: Infotafeln zur Tier- und Pflanzenwelt im ganzen Resort. Mit etwas Glück zeigen sich Hornbills, Riesenhörnchen und der hauseigene Waran.
Kultur: Die Insel ist muslimisch geprägt. In vielen Lokalen ausserhalb des Resorts wird kein Alkohol ausgeschenkt.
Ausflüge: Mit dem Longtailboot zu den umliegenden Inseln, etwa nach Hong Island mit Strand, Schnorchelplätzen und Aussichtspunkt auf 109 Metern.
Text: Ela Dollinger

