Barcelona, London, Berlin, Wien, vom Mittelmeer in die Alpen und wieder zurück: Anton Unai, Seazen Cover Artist der Herbstausgabe 2026, hat jahrzehntelang zwischen Städten, Sprachen und Ausdrucksformen gelebt. Heute verarbeitet der Maler und Installationskünstler, was er unterwegs gesehen hat. Seazen-Autorin Christina Leitner hat mit ihm gesprochen – er in Spanien, sie in Österreich, beide dort, wo ihre Wurzeln liegen.
Anton Unai wurde 1974 in Barcelona geboren. Er hat Politikwissenschaft studiert, das Malen hat er sich selbst beigebracht. Er arbeitet mit Malerei, Collage und Installation, oft aus Fundstücken, die er «goldenen Müll» nennt. Für seine Farben greift er auch zu Lippenstift und Nagellack; Rosa, Schwarz und Weiss kehren in vielen Werken wieder. Zwischen 200 und 300 Bilder entstehen pro Jahr. Was ihm nicht gefällt, übermalt er, manches mehrfach, bis es seinen Ansprüchen genügt.
Neben der Heimat ist Sprache sein zweites grosses Thema, als geschriebenes Wort auf der Leinwand und als Rhythmus im Hintergrund. Auf Spanisch fühlt er sich spontan und verspielt, Englisch braucht er zum Analysieren und Hinterfragen, Deutsch und Französisch spricht er «mit Zuneigung, aber auch mit Demut». «Jede Sprache, die ich spreche, scheint eine andere Version meiner selbst zum Leben zu erwecken», sagt er. Entsprechend vielstimmig sind seine Arbeiten: mal rau und laut, mal leise und beinahe still.
Auch seine drei Wohnorte fliessen in die Arbeit ein. Berlin steht für ihn für Wandel und Neuerfindung, Barcelona für versteckte Gärten und lange Mahlzeiten, Wien für eine Stadt, die «es belohnt, das Tempo herauszunehmen». Die frühere Rastlosigkeit ist inzwischen innerer Ruhe gewichen. Die Suche nach Heimat bleibt der Kern seines Schaffens.
Wie aus Jahrzehnten des Unterwegsseins Bilder, Collagen und Installationen wurden, die in Stadtgalerien, auf internationalen Kunstmessen und in einer Skihütte auf über 2000 Metern über Meer hängen, erzählt Christina Leitner in der aktuellen Seazen Herbstausgabe 2026. Mit Fotos von Andreas Monsberger, Werkbeispielen und Antons persönlichen Tipps für Barcelona, Berlin und Wien.
Weitere Informationen:
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Hotel Coolnest, Ramsau im Zillertal
Eine Auswahl seiner Installationen und Bilder ist hier dauerhaft zu sehen. Auch den Aufzug hat Anton gestaltet, weil er ihm «zu langweilig» war. 6284 Ramsau im Zillertal, Tirol · www.coolnest.at
Anton Unai
Mehr zu Anton und seinen Werken: antonunai.jimdoweb.com

