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Mein Salzburger Weihnachtsmärchen

Berühmt als Österreichs Kultur-Hotspot, liebenswert wegen seiner pittoresken UNESCO-Altstadt und sehenswert wegen der erhabenen Festung als Wahrzeichen über der Stadt, ist die Mozartstadt ein Ganzjahres-Sehnsuchtsziel für Jedermann. Besonders im Advent verwandelt sie sich dann in eine stimmungsvolle Märchenwelt, die mich von Jahr zu Jahr begeistert. Bei einem Bummel durch die festlich geschmückte Stadt erliege ich regelmässig dem Zauber der Weihnachtsmärkte – vom ältesten am Dom bis zum höchsten auf der Burg und vom Schloss, – bis zum Bauern Advent etwas ausserhalb der Stadt.

Stadtwandern im Advent

Man sagt ja, Salzburgs fünfte Jahreszeit sei der Advent und der hat ja schon international Beachtung mit seinen Highlights, vom bekannten Adventsingen über die romantischen Advent- und Christkindlmärkte bis hin zu speziell geführten Weihnachtstouren durch die Mozartstadt. Und wie schön – in diesem Jahr findet die Eröffnung der Christkindlmärkte uneingeschränkt schon am 17. November statt. Bleibt nur zu hoffen, dass Frau Holle sich bequemt, ein paar Flocken Schnee beizusteuern, denn erst dann wird die Weihnachtsstimmung so richtig perfekt. Eine gute Gelegenheit die Stadt mit ihren lauschigen Gässchen, festlich geschmückten Plätzen und den Christkindlmärkten zu erkunden ist das Angebot: „Stadtwandern im Advent“, das Sie auf einem vier Kilometer langen Rundweg an die schönsten Plätze der Stadt führt und ca. zwei Stunden dauert.

Natürlich führt der erste Weg zum Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz,  denn er zählt zu den schönsten und ältesten Adventmärkten der Welt. Seit 1974 wird der Markt am Donnerstag vor dem ersten Adventsonntag mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet und schliesst wieder am 1. Januar. Von heimischem Brauchtum über traditionelle Dekoration für den Christbaum, Geschenke für Gross und Klein, allerlei Gaumenfreuden in Form von österreichischen Spezialitäten, Glühwein und Punsch – auf diesem Weihnachtsmarkt gibt es alles, was das Herz begehrt. Besonders die traditionellen Hütten, der Duft von Punsch und Glühwein und der eigens dafür entworfene “Sternenhimmel” als stimmungsvolle Beleuchtung zieht jeden in den Bann. Aber der Christkindlmarkt dient nicht nur als prächtige Kulisse für rund 100 Verkaufsstände, den Gästen wird auch ein besonderes Programm geboten, das von Weihnachtslesungen für Kinder, Krampusläufe, Weihnachtsführungen, Chorkonzerte bis zum Besuch des Christkindes reicht.

Von hier aus führt die Route entlang des Kapitelplatzes durch den Friedhof von St. Peter zur „Weihnachtswunderwelt“ im St. Peter Stiftskulinarium, das zu den ältesten Restaurants Europas zählt, mit historischem Hintergrund bis ins Jahr 803. Und das abseits des Trubels der Salzburger Altstadt und doch mittendrin. Vom 500 Quadratmeter grossen Arkadenhof mit liebevoll dekorierten Christbäumen, hölzernen Rentieren und stilvollen Adventkränzen geht es in die Stuben mit ganz individuellen Weihnachtsschmuck, abgestimmt auf das Mobiliar. Ja und dann wäre da noch die Kulinarik, die im Stiftskulinarium mit 2-Hauben-Niveau aufwartet und mit exquisiten Menüs auf der Weihnachtskarte jeden Gourmet überzeugt.

Auf jeden Fall sollte man danach durch den schönen Innenhof in St. Peter gehen und weiter in die Getreidegasse, dem Herz der Salzburger Altstadt mit exquisiten Modemarken, Restaurants, verschiedenen Hotels und weihnachtlich geschmückten Durchgängen. Hier im traditionellen „Sporer“, einem kleinen Traditionsladen seit dem Jahr 1903 und bestens bekannt für allerlei Hochprozentiges und gutem Wein, gibt es den besten Orangen Punch zum Aufwärmen und natürlich vieles mehr.

Zum nächsten Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Mirabell laufen wir entlang der Salzach und durch den Mirabellgarten. „Darf´s ein Glaserl Wein sein“, hört man schon gleich bei der Ankunft und man merkt, dass es sich hier um ein gemütliches Zusammentreffen von Genuss affinen Gästen geht. Die kulinarischen Köstlichkeiten, der Glühwein und das Schmökern durch die kunstvoll dekorierten Hütten mit ihren teils ausgefallenem Angebot zieht Einheimische wie Gäste an, und es ergibt sich gleich ein angeregtes Gespräch. Ausserdem liegt dieser Markt gegenüber der Kirche St. Andrä verkehrstechnisch sehr günstig mit Parkhaus gegenüber und Bushaltestelle davor.

Bevor wir zur Festung Hohensalzburg wandern, machen wir noch einen Abstecher zum Adventmarkt der Rupertiritter in der Linzergasse. Advent „mit Herz“ heisst es hier, mit regionalem Handwerk, ehrenamtlichen Mitarbeitern und für einen guten Zweck – das sind die Zutaten für den kleinen Adventmarkt im Gästehaus St. Sebastian an der Linzergasse. Sie ist eine meiner Lieblingsgassen in Salzburg und gilt als Hauptschlagader der rechten Salzburger Altstadt: Ausgehend vom „Platzl“ bei der Staatsbrücke verläuft die Flaniermeile parallel des Kapuzinerberges bis nach Schallmoos. Und dafür sollte man etwas Zeit einplanen – beim Shoppen in den versteckten Boutiquen, Gustieren in den Restaurants oder auch Logieren in einem der historischen Hotels. Von hier aus

führt ein imposanter Treppenaufgang über einen alten Kreuzweg hinauf zum Kapuzinerberg mit unvergleichlichem Ausblick auf die geschmückte Salzburger Altstadt.

Unser Weg führt danach durch die beschauliche Steingasse über den Mozartsteg zurück in die linke Altstadt. Wenn schon Weihnachtsstimmung dann aber richtig, deshalb sollte man sich am Mozartplatz auch das Salzburger Weihnachtsmuseums ansehen, das lustigerweise auch ganzjährig geöffnet ist. Unter dem Motto: “Feste zwischen Advent und Neujahr von 1840-1940” umfasst die Ausstellung elf unterschiedliche Themenbereiche mit besonderen Sammelstücken.

Mein besonderer Tipp ist hier der Weihnachtsmarkt im Sternbräu – ein Idyllisches Kleinod zwischen Getreide- und Griesgasse mit Lebendkrippe, Designerware und Handwerk. Im Advent verwandelt sich der sommerliche Biergarten in ein romantisches Hüttendorf mit vielen „Standln“, die nach frischem Holz duften und mit allerlei Kulinarischem zum Verweilen einladen. Dazu muss man sagen, dass erst nach der Neueröffnung im Jahr 2014 das ehemalige Traditionsgasthaus mit Biergarten zu einem “Gesamtkunstwerk” aus zeitgenössischer Architektur und über 100 Jahre alten Bauteilen, österreichischer Küche mit Pfiff, dem neuen Salzburger “Sternbier” und noch vielen Attraktionen mehr wurde.

Danach geht es endlich entlang des romantisch beleuchteten Oskar-Kokoschka-Weges auf die Festung Hohensalzburg. Sie ist die grösste vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas und auch das Wahrzeichen Salzburgs. Schon alleine der 360-Grad-Rundblick auf die Stadt und ihre Umgebung lohnt den Aufstieg, dazu noch die vielen Museen –vom Festungsmuseum mit Exponaten aus dem fürsterzbischöflichen Hofleben, dem Marionettenmuseum sowie dem Rainer-Regimentsmuseum. Original aus dem 16. Jahrhundert sind die Fürstenzimmer, bestehend aus dem Fürstensaal, der Goldenen Stube und dem Goldenen Saal. Im Advent verwandelt sich das graue Gemäuer dann in einen entzückenden Weihnachtsmarkt mit heimischem Kunsthandwerk, kreativen Geschenkideen und Salzburger Schmankerln. Schon der Weg nach oben kann romantischer nicht sein, denn mehr als hundert traditionelle Herrnhuter Sterne tauchen die Festungsgasse in ein Lichtermeer und oben angekommen geniesst man Glühwein und die frischen Flammkuchen aus der historischen Pfisterei, nach modernen Rezepten im Jahrhunderte alten Holzofen gebacken.

Wenn es noch eines Höhepunktes im Salzburger Advent bedürfte, dann ist das sicherlich der Adventzauber im Schloss Hellbrunn im Süden der Mozartstadt. Auch wenn man sich hier für den Eintritt in eine lange Schlange stellen muss – es lohnt sich allemal. Denn schon seit 20 Jahren bietet dieser stimmungsvolle Weihnachtsmarkt ein besonderes Ambiente: Mit über 700 Nadelbäumen, geschmückt mit 10.000 roten Kugeln und Lichterketten, die das gesamte Areal in einen besonders adventlichen Glanz tauchen. Dazu noch die Schlossfassade, deren 24 Fenster in einen überdimensionalen Adventkalender verwandelt werden. Für Speis und Trank ist in den zahlreichen kleinen Hütten gesorgt und seit 2016 ist auch das Areal der Hellbrunner Wasserspiele begehbar. In stimmungsvolles Licht getaucht, wandelt man an den barocken Grotten vorbei bis zum Sternweiher. Für Kinder hat der Hellbrunner Adventzauber eine besondere „Kinderweihnachtswelt“ geschaffen. Das reicht vom Streichelzoo, Weihnachtszug und Würstelgrillen am Lagerfeuer bis zum Weihnachtspostamt, wo die Kleinsten ihre Wunschzettel abgeben können. Neu in diesem Jahr ist die Märchen-Schnitzeljagd
mit 10 verschiedene Märchenstationen, versteckt im gesamten Areal und einem Märchenpass, in dem die Kinder dann die gefundenen Märchen eintragen. Zu gewinnen gibt es dann märchenhafte Preise. Auch für die Erwachsenen gibt es ein festliches Rahmenprogramm, das mich jedes Jahr von neuem begeistert:

Neben den alpenländischen Spezialitäten und dem traditionellen Kunsthandwerk in den Holzbuden, wo man schon mal originelle Weihnachtsgeschenke bekommt, wird man von Chorgesang, Salzburger Volksmusik und Weisensänger auch musikalisch begleitet. Und wenn es wirklich mal ein winterliches Schneegestöber geben sollte, findet man im anheimelnden Adventcafé in der ehemaligen Orangerie ein warmes Plätzchen.

Gediegenes Kunsthandwerk in seiner ursprünglichsten Form bietet nun schon seit 50 Jahren der Adventmarkt St. Leonhard mit urigen Hütten am Fusse des Untersbergs. Hier findet man neben geschmackvollen Geschenken, Kerzen und Wachsprodukte, Holzschnitzereien (vor allem Krippenfiguren), Weihnachtsschmuck aus Glas und Stroh oder Keramik-Artikel und Kochbücher aus den verschiedenen Landschaften Österreichs. Zusammengetragen und hergestellt von zahlreichen Schul- und Frauengemeinschaften wie auch von Behinderten und das alles für einen guten Zweck. Der Reinerlös des Adventmarktes kommt nämlich der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen zugute.

Last not least möchte ich Ihnen noch den Bauernadvent in Glanegg vorstellen. Er gilt als echter Geheimtipp unter all den Weihnachtsmärkten und ist am Fusse des Untersbergs inmitten des historischen Mayr-Melnhofschen Gutshofs zuhause. Schon seit 25 Jahren dreht sich hier alles um Wild, Holz, Kunsthandwerk und Weihnachtsstimmung pur. Dazu noch bäuerliche Schmankerl und ein dazu passendes Ambiente – all dies zeichnet den Bauernadvent Glanegg aus. Wer noch nie Wildwürste, Wildschwein und Rehwürstl probiert hat, der kann das hier tun und Naschkatzen werden von den hausgemachten Marmeladen sowie frischen Bauernkrapfen und Weihnachtsgebäck von Bäuerinnen aus der Region begeistert sein. Auch dieser Adventmarkt hat ein kleines, feines Rahmenprogramm zu bieten: Mit Weisenbläsern, Pferdekutschenfahrten und wer sich nicht fürchtet – mit Krampus & Nikolaus.

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