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Tul

um

Tulum

Eine Ode an Boho Chic

Eine Ode an Boho Chic

Tulum ist in zwei Teile unterteilt: Tulum Pueblo und Tulum Beach. Je nachdem in welchem Teil man untergebracht wird, wird auch die Tulum Experience sein. Das lokale Kolorit erlebt man in Tulum Pueblo, dem Ortszentrum, wo es noch viel vom authentischen Mexiko zu sehen gibt. Auf der Hauptstrasse reihen sich Souvenirshops und Restaurants aneinander, in den Seitengassen wird in den Bars bis spät in die Nacht gefeiert. Leckeres Essen gibt es in den sogenannten Hole-in-the-Wall Imbissbuden, wo einem schmackhafte Tacos und Burritos, meistens in Begleitung einer Margarita, serviert werden. Viele Hostels und Touristenapartments sind in den Hacienda-Style Gebäuden unter­gebracht und bieten vor allem den Backpackern aus der ganzen Welt einfache, preisgünstige und sehr schön eingerichtete Unterkünfte.

Schattenseiten des Aufschwungs

Schnell fällt aber auf, dass Tulum aus seiner Haut her­auswächst. Überall wird gebaut, es entstehen neue Stadtviertel mit Luxusvillen, die dem modernsten Design entsprechen. Immobilienhaie machen die Geschäfte ihres Lebens, Makler ­lächeln vielversprechend von den Billboards der Baustellen. ­Dabei lässt die Infrastruktur noch sehr zu ­wünschen ­übrig. Immer wieder fällt der Strom aus, die Strassen sind teilweise in derart schlechtem Zustand, dass sich die Taxifahrer weigern, die Fahrt anzunehmen. Sogar die malerische Beach Road, wo sich exklusive Boutiquen und Restaurants aneinanderreihen, ist nach dem Regen kaum betretbar. Der Gegensatz kann nicht stärker sein. Einerseits bewundert man die kunstvoll eingerichteten Shops, andererseits stellt es sich als ziemlich schwierig heraus, diese zu erreichen, falls sie sich auf der anderen Strassenseite befinden. Da kommt einem die morgendliche Yogastunde doch noch zunutze, um mit Hilfe der Asanas die schlammigen Pfützen unbekannter Tiefe zu überspringen.

Hippes Viertel vom Feinsten

Probleme mit der Infrastruktur oder kaputten Strassen kennt das neue Viertel Aldea Zama nicht. Wunder­bar in den Dschungel eingefügt, in der Mitte zwischen Strand und Stadt, bietet es gehobene Co-working Spaces, fancy Restaurants mit veganen und vegetarischen Spezialitäten und zahlreiche Yogastudios. Früh morgens sieht man viele Digital Nomads auf den tropisch bepflanzten ­Wegen joggen oder mit den mit Yogamatten beladenen Velos zum Sonnengruss radeln.

Natürlich wird hier Naturschutz grossgeschrieben. Fast alle Gebäude in Aldea Zama haben Elemente der Nachhaltigkeit, wie eine organische Bauweise oder energiesparende Design-Strukturen. So ist auch das Luum Temple konzipiert, eines der schönsten Yogapavillons der Welt. Der Open-Air Pavillon ist mit Bambus, der im benachbarten Chiapa nachhaltig gezüchtet wurde, errichtet. ­Bambus wurde unter anderem wegen seiner Fähig­keit, Hurrikankräften zu widerstehen, ausgewählt. Genutzt wird der Pavillon nicht nur für Yogastunden und Meditation, sondern beherbergt auch viele Workshops und andere Gemeinschaftstreffen.

Hotels als Kunststätte

Unterwegs zum Strand, auf der malerischen Strandstrasse, in der Zona Hotelera, sieht man auch die meisten Sehenswürdigkeiten. Fast alle Hotels sind ein Mix aus Eco-Chic und Boho-Charme. Im luxuriösen Resort Azulik hat Peggy Guggenheims Urenkel Sfer Ik eröffnet, eine Galerie, wo wellenartige Zement­wände und wellige Weinrebenböden eine ungewöhnliche Kulisse für Kunstwerke bilden. Sfer Ik ist viel mehr als nur eine Galerie, es ist eine Sphäre der Kreativität, wo die Architektur die ­Natur respektiert und mit der Umwelt koexistiert.

Mehr von der skurrilen Architektur und atemberaubender Kunst findet man im Hotel Ahau. Den Eingang ziert die wohl meistfotografierte Skulptur «Ven a la luz», ein 10 Meter hohes Kunstwerk, das vom talentierten südafrikanischen Künstler Daniel Popper entworfen wurde. Der Name bedeutet auf spanisch «Komm zum Licht». Die Skulptur besteht aus Stahl, Holz, Seil und grünen Pflanzen und zeigt eine Frau, die ihre Brusthöhle öffnet, um ein üppiges Inneres voller Pflanzen und grüner Ranken zu enthüllen. Sie stellt die Verbindung zwischen Mensch und Natur dar und das primäre Ziel war es, das Bewusstsein für das Ökosystem Tulums und der Riviera Maya zu fördern. Die Skulptur ist bei der Instagram Community so populär, dass man mittlerweile fast immer in einer langen Schlange anstehen muss, um diese überhaupt zu sehen.

Ein weiteres Hotel direkt am Strand bietet kunstaffinen Touristen spektakuläre Werke. Allerdings muss man sich im Casa Malca einmieten, um diese vollständig zu sehen. Die ehemalige Residenz von Pablo Escobar hat der New Yorker Galerist Lio Malca in ein kunstvolles Strand-Refugium umgewandelt. Das luxuriöse Hotel lebt von seinem ­Interieur. Mit Naturmaterialien wie Stein und Holz erbaut und mit zeitgenössischen Kunstobjekten ­gefüllt, zählt das Haus zu den exklusivsten Häusern an der ganzen Riviera Maya. In der Lobby werden Gemälde, Skulpturen und Möbel einiger der angesehendsten zeitgenössischen Künstler und ­Designer vor weissen Wänden und polierten Betonböden ausgestellt. Die Kunst im gesamten Hotel wird häufig umgestellt, sodass wiederkehrende Gäste verschiedene Werke bewundern können.

Spirituelle Retreats im Dschungel

Wer eine Möglichkeit sucht, sich mit der Natur oder mit sich selbst tiefer zu verbinden und etwas ­Authentisches aus der Maya Kultur zu erleben, macht am besten bei einer Temazcal Zeremonie mit. Es ist eines der ältesten Rituale mesoamerikanischer Kulturen. Die Zeremonie wird von einem Dampfbad begleitet, das in einer kleinen Kuppel statt­findet. Die Kuppel ist aus Steinen und anderen natürlichen Elementen gebaut und stellt das Innere der Erde dar, einen Ort des Übergangs zwischen den Lebenden und der Unterwelt. Ausserdem ist es meist ein unvergessliches Erlebnis, denn normalerweise ­stehen die «Kuppeln» mitten im ­Dschungel oder ganz in der Nähe von Cenoten. Eine perfekte Zeit, um abzuschalten und einen Moment der Selbst­beobachtung zu haben.

Die isolierte und atemberaubend schöne Umgebung von Tulum macht es auch zum perfekten Ort für diejenigen, die sich nach einer tieferen Verbindung mit sich selbst, anderen und der Natur sehnen. Es ist eine dieser Ecken der Riviera Maya, wo sich natürliche Schönheit und die Maya-Vergangenheit vermischen, um eine der ungewöhnlichsten Landschaften der Karibik zu bieten. Es geht um die ­alten Ruinen, die von den Klippen den wunderschönen tropischen Strand überblicken. Ohne Zweifel wus­sten die Mayas was sie taten, als sie diesen Ort auswählten, um einen Tempel zu bauen, der dem Gott des Windes gewidmet war.

Tulum ist ein wunderschöner, magischer Ort und trägt seinen Titel «pueblo mágico» zurecht.
Denn zwischen den Hippies, Backpackern und Snobs findet man durchaus die Magie. Nicht nur im Dschungel oder auf dem weissen karibischen Sand, es ist vor allem die Kunst, die bewohnbaren Vogelnester und luxuriösen Baumhäuser, die einen ver­zaubern. Margaritas, Meerblick und von überall hängende Traumfänger und Hängematten machen den Rest.

Geschichtliches

Das früheste dokumentierte Datum in Tulum stammt aus dem Jahr 564 n. Chr. die Maya-Zivilisation erreichte jedoch im Jahr 1200 ihren Höhepunkt. In der Antike erhielt die Stadt den Namen Zamá, was auf Maya Morgendämmerung bedeutet. Tulum war der Name, den die Stadt erhielt, als diese Maya-Ausgrabungsstätte entdeckt wurde und bedeutet die Mauer. Seine wirtschaftliche Bedeutung war so gross, dass der Schutz aus fünf Eingängen durch die Mauer und zwei Wachtürmen bestand. Es war einer der am besten geschützten Orte der Maya-Kultur. Dies ist eine der wenigen Maya-Städte, die bei der Ankunft der Spanier noch bewohnt waren, aber durch die von ihnen mitgebrachten Krankheiten ausgelöscht wurden.

Glossar

Cenoten sind eine weitere einzigartige Naturerscheinung dieser Region. Diese Brunnen verdanken ihren Namen den Mayas, die sie auf das Wort Dz’onot tauften, was «Höhle mit Wasser» bedeutet. Die alten Mayas glaubten, dass Chaak, der Gott des Regens, Höhlen und Cenoten bewohnte. Noch heute beten die einheimischen Bauern der Halbinsel Yucatán zu Chaak um das Geschenk des Regens, während die Cenoten den Archäologen neue Einblicke in die heiligen Landschaften der alten Maya gewähren. Manchmal im Freien, manchmal versteckt in unglaublichen Felsformationen, sind Cenoten wunderschöne Naturpools, die in Mexiko zu einem Must-do geworden sind.

Fortbewegung in Tulum

Vom Ortszentrum ist man in etwa 20 Minuten mit dem Velo schon auf dem weissen Sand. Das Velo ist das angesagteste Verkehrsmittel in Tulum und eine gute Alternative zu teuren Taxis. Fast überall im Ort gibt es Velo­streifen und mieten kann man die ­pastellfarbigen Vintage Versionen für ca. 10 USD pro Tag in jedem Stadtviertel.

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