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Relais & Châteaux

Weg des Glücks

Jede Reise ist besonders, doch manche vergisst man nie. So geht es uns mit einer Reise, die wir ausschliesslich in Relais & Châteaux-Häusern verbracht haben. Diese Hotel-Vereinigung übt seit Jahren eine Faszination auf mich aus und wir haben in der Vergangenheit bereits ein paar dieser besonderen Hotels besucht.
Relais & Châteaux gibt es seit knapp 70 Jahren, rund 580 Hotels gehören weltweit dazu und es werden immer mehr. Es sind Unternehmer und Familien auf der ganzen Welt, die ihr Handwerk mit Leidenschaft ausüben und sich dem Aufbau herzlicher Beziehungen zu ihren Gästen verschrieben haben. Lokale Verwurzelung, unvergleichliche Kulinarik, dezenter Luxus, Nachhaltigkeit, Familiensinn, die Kunst der Gastfreundschaft, sowohl im Haus als auch für die Mitarbeiter, ist ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie dieser Vereinigung. Das Ziel ist es, dass sich der Gast auch auf Reisen wie in einem zweiten Zuhause fühlt. Die Häuser, die wir besuchen und bereits besucht haben, haben für mich eine Seele und man merkt, dass hier die Leidenschaft für die Hotellerie zuhause ist.

Der erste Stopp auf der eigens für uns kreierten «Route du Bonheur» startet in der hübschen oberbayrischen Gemeinde Reit im Winkl. Relais & Châteaux bietet bereits 143 unterschiedlich lange Reiserouten weltweit an. Alle sind bestens beschrieben und vielfach bereist worden. Eine bekannte Route führt von der Nordsee zur Ostsee. Für diese Route werden sechs Nächte empfohlen und man bekommt viel zu sehen: kleine Fischerhäfen, einer der längsten Sandbänke der Welt, Seebäder, Kanäle und Inselgruppen.

Doch zurück zu Reit im Winkl. Dieser Luftkurort ist durch den Wintersport bekannt und als wir ankommen, liegt sogar noch ein wenig Schnee. Es ist ein trüber Tag und unsere Kinder machen das Beste aus der Anreise und lauschen ihren Lieblings-Hörbüchern. Auch mein Mann und ich geniessen die gemütliche Anreise mit unserem Auto. Das Gut Steinbach ist perfekt ausgeschildert und liegt etwas ausserhalb von Reit im Winkl auf einer sonnigen Hochebene – eine besonders schöne Lage, mitten in den Bergen, aber ohne das Gefühl eingeengt zu sein.

Das Gut besteht aus 50 Zimmern und Suiten im Stammhaus und weiteren sieben Wellness Chalets, die sich an einen klaren Schwimmteich anschmiegen. Die Ausstattung ist hochwertig und wir fühlen uns gleich wohl, dank warmer Holzelemente, viel Platz, schönen Stoffen und einer gemütlichen Raumatmosphäre. Das spüren wir auch bei unseren Kindern, die sofort ihre kleinen Koffer voller Freude auspacken. Als die Hausdame dann noch die Kinderbademäntel bringt, ist uns allen klar, was als nächstes kommt. Die Kinder möchten in den Pool und baden. Nichts lieber als das und auch wir hüpfen in unsere Badesachen und rennen unseren Jungs hinterher. Die beiden sind begeistert von dem wunderschönen 16 Meter Pool, in dem sie schwimmen können. Auch die anderen Gäste lassen sich von der guten Laune unserer Kinder anstecken und schwimmen mit ihnen um die Wette. Ich ziehe mich etwas zurück und erkunde das weitläufige 2’000m2 grosse Wellnessrefugium auf zwei Etagen. Der Pool ist für alle Generationen da und das Spa beschränkt sich auf Erwachsene, was ich ebenfalls schätze. Es gibt drei Saunen und ich entscheide mich für die Aussensauna. Ich bin allein und koste diese wertvollen
10 Minuten ganz für mich aus. Anschliessend erkunde ich die Wellness-Bibliothek und suche mir ein ruhiges Plätzchen in einem der Ruheräume und erfreue mich an der Aussicht in die Berge. Auf dem Rückweg entdecke ich noch das Dampfbad, eine Fitness-area und einen Yogaraum. Ein wunderschöner SPA, der durch sein natürliches Interior Design besticht.

Das SPA fühlt sich fast an wie ein Spaziergang durch die Natur – ein einmaliges Erlebnis. A propos Erlebnis: davon hatten wir auch einige kulinarische während dieser Reise. Mit Achim Hack, dem Küchenchef, teile ich meine Essens-Philosophie zu 100 Prozent. Wenn ein Tier geschlachtet wird, dann bitte von «nose to tail» verwerten und am liebsten keine Lebensmittel verschwenden. Er arbeitet mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln und das schmeckt man. Er ist bekannt dank diverser Auszeichnungen, unter anderem dem Grünen Stern des Guide Michelin. Ein Highlight auch für unsere Kinder ist «das lebende Gehege», wie es Achim Hack liebevoll nennt.

Ronald Kling ist als Landwirt auf Gut Steinbach beschäftigt und kümmert sich um die Hühner, Rotwild, Ziegen und Yaks. Täglich um 16 Uhr werden die Tiere gefüttert und unsere Kinder sind fleissige Helfer und möchten am liebsten alles über die Tiere wissen. Die Tage auf Gut Steinbach sind gefüllt mit kulinarischen Highlights, schönen Gesprächen, Kinderlachen und wir entdecken und erfahren viel Neues. So könnte es noch tagelang weitergehen, aber unser Roadtrip geht weiter. Deswegen verabschieden wir uns schweren Herzens von der liebenswerten Besitzerin Gräfin Susanne von Moltke und wir beide wissen, wir werden uns wiedersehen.

Weiterreise nach Kitzbühel

Die Fahrt zu unserem nächsten Hotel dauert lediglich eine gute halbe Stunde und führt uns durch eine reizende Berglandschaft. Unser Ziel ist der Tennerhof in Kitzbühel. Das Fünf-Sterne-Hotel begeistert durch seine Lage. Oberhalb von Kitzbühel auf einem Sonnenplateau gelegen, bietet es eine herrliche Aussicht, nicht nur auf die Streif. Die Streif, für diejenigen, die sie nicht kennen, ist eine Skirennstrecke und seit 1937 Schauplatz der internationalen Hahnenkammrennen. Sie gilt als eine der gefährlichsten Rennpisten der Welt. Das weitläufige Kitzbüheler Skigebiet erstreckt sich über zwei Bundesländer und sieben Gemeinden. 57 Seilbahnen und Lifte pendeln an ca. 200 Skitagen im Jahr hoch über dem Skiort. 185 km präparierte Abfahrten und 41 km Skirouten finden Sie vor Ort.

Der Tennerhof, umgeben von einem wunderschönen Garten mit altem Baumbestand, bietet unter anderem einen Spielplatz, den unsere Jungs gerne besuchen. Das Fünf-Sterne-Relais & Chateaux-Hotel wird seit 1923 von der Inhaberfamilie Luigi von Pasquali geführt. Die Geschichte des Hotels, ursprünglich ein Bauernhof, reicht bis in das Jahr 1629 zurück. Bereits Ian Fleming, der Erfinder von James Bond, entdeckte seine Lust am Schreiben an diesem Ort und einige seiner ersten Ideen für die weltbekannten Bücher und Filme entstanden im Tennerhof. Inspiration pur! Ich lasse mich auch inspirieren und schreibe gerne an diesem wunderschönen Ort. Den Nachmittag verbringen wir am Schwarzsee, ein toller Ausflug nicht nur für Familien, und im Spabereich vom Tennerhof. Im Sommer gibt es einen beheizten Aussenpool mit Liegewiese.

Doch wir erfreuen uns heute an einem Innenpool mit herrlicher Aussicht und einem kleinen und sehr warmen Jacuzzi. Die finnischen Saunen, das Dampfbad, ein Salzstein-Raum mit gesundem Klima aus dem Himalaya sowie ein Panorama-Ruheraum laden «adults only» zum Ausruhen und Geniessen ein. Nach einem erlebnisreichen Tag ist der Hunger am Abend gross und wir entscheiden uns für das Römerhof-Stüberl. Hier haben wir bereits vor Anreise einen Raclette-Abend gebucht. Ein voller Erfolg! Auch die Kinder haben Freude, sich selbst um das Raclette zu kümmern. Für mich gibt es ein Fisch-Raclette mit Garnelen, Saibling, Wels und Seeteufel. Dazu werden verschiedene Dips, Gemüse, Ofenkartoffeln und Brot gereicht. Auf dem anderen Raclette werden Rinderfilet, Roastbeef, Hähnchen und Schweinefleisch gebraten. So ist für jeden etwas dabei und wir geniessen ein wunderschönes Familien-Abendessen in herrlich gemütlichem Ambiente mit ausgezeichnetem Service. In dieser Nacht schlafen wir alle besonders gut und wachen erholt am nächsten Morgen auf.

Nachdem wir unser «Versteck-Spiel» rund um das Hotel beendet haben, geht es für uns zum Frühstück. Herrliche regionale und frische Speisen warten auf uns. Ein Highlight ist definitiv die Frühstückskarte. Darauf befinden sich nicht nur die Klassiker, sondern unter anderem auch das «Tennerhof» Granola mit Schafsjoghurt vom Wolfgangsee, Limette und Banane. Oder das «gegrillte Sauerteigbrot mit Schinken aus der Manufaktur Thum in Wien mit Kren», sehr empfehlenswert. Auch am Abend werden wir wieder köstlich verwöhnt im Hotelrestaurant.

Funkelnder Zwischenstopp

Kulinarisch fehlt es uns an nichts, und auch an Abenteuer mangelt es nicht, da wir tagsüber die Swarovski Welt in Wattens, Tirol, besuchen. Ein Ausflug, der für alle Generationen lohnenswert ist. Es gibt viel zu bestaunen, zu erkunden, zu klettern und zu toben, und ein wunderschönes Karussell erwartet die Besucher. Für die Swarovski Welt hat der Multimediakünstler André Heller 14 unterirdische Wunderkammern entworfen, die alle der künstlerischen Interpretation des Kristalls gewidmet sind. Mit André Heller verbinden mein Mann und ich viele schöne Erinnerungen – wir schätzen diesen Künstler sehr. Es gäbe sicherlich noch mehr zu entdecken, aber unser Roadtrip muss weitergehen. Wir verabschieden uns von Kitzbühel und freuen uns auf die Seiser Alm in den Dolomiten, die seit 2009 zum UNESCO-Welterbe gehört.

Gardena Grödnerhof im Wandel der Zeit

Während wir mit dem Auto die Strasse entlangfahren, erblicken wir rechterhand, von der Sonne beschienen, das Hotel Gardena Grödnerhof, das zentral im Dorf gelegen ist. Die Geschichte des Gardena Grödnerhof beginnt bereits im Jahr 1923 und das Hotel feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum!
Die Entstehungsgeschichte ist eindrucksvoll. Die Grosseltern des heutigen Besitzers, Hugo Bernardi, kauften damals ein Privathaus und liessen es in einen Gastbetrieb umwandeln. Ständige Erweiterungen und Renovierungen erlaubten den Gründern, zu einer der ersten Adressen in Gröden zu werden.
Bereits im Jahr 1988 bekam das Hotel den Vier-Sterne-Status. Ihr Sohn Hugo übernahm 2000 zusammen mit seiner Frau Cinzia das Hotel, liess den Komplex abreissen und wagte im Frühjahr 2001 einen Neubau. Den Fünften Stern bekam der Grödnerhof 2003 und seit Herbst 2004 ist das Haus Mitglied bei Relais & Châteaux.
Im Grödnerhof ist der Pioniergeist weiterhin aktiv und ich erfahre von Alex Demetz, dass es in der Zukunft an neuen Innovationen nicht fehlen wird. Während Alex Demetz, Director of Sales & Marketing, mir das Hotel zeigt und spannende Geschichten von seiner Familie und dem Hotel erzählt, verweilen die Jungs im neu gebauten Kinderclub.
Während wir alle beim Abendessen beisammen sitzen, berichten unsere Kinder mit leuchtenden Augen begeistert vom Kinderclub. Sie erzählen von einem Kino, einer Mini-Kletterhalle, einem Videospielbereich mit F1-Simulatoren, einer Kreativ-Ecke, einem Puppenhaus und sogar einer Küche. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass die Kinder auf Wunsch gemeinsam mit dem Animateur essen, während die Eltern im Sternerestaurant speisen. Doch unsere Kinder zogen es vor, mit uns zu dinieren, und so genossen wir gemeinsam ein köstliches Menü im Hotelrestaurant.
Wir haben das Privileg, im renommierten Gourmet Restaurant «Anna Stuben» zu speisen, welches mit einem Michelin Stern und vier Gault & Millau Hauben ausgezeichnet ist. Hoffentlich können wir dieses kulinarische Erlebnis bei unserem nächsten Aufenthalt wiederholen. Selbstverständlich bietet das Restaurant auch eine spezielle Speisekarte für Kinder an, die Klassiker wie Nudelgerichte, Wienerschnitzel und Hamburger enthält. Besonders bemerkenswert ist das internationale Flair des Restaurants. So sitzt beispielsweise neben uns eine Familie aus Monaco. Während unseres Aufenthalts nehmen wir eine Vielzahl unterschiedlicher Sprachen wahr, was unsere Kinder fasziniert. Sie versuchen sogar, einige Worte in den verschiedenen Sprachen aufzuschnappen und nachzusprechen.

Viel zu entdecken gibt es auch in dieser Region. Skifahren auf höchstem Niveau – das ist klar. Im Herzen des UNESCO Welterbes liegt die Sella Ronda, diese legendäre 24 km lange Panoramatour führt in ca. 5-6 Stunden um den Sellastock. Die Sella Ronda verbindet vier Skigebiete miteinander und sorgt mit 500 km für jede Menge Pistenspass. Auch wir entscheiden uns für einen Ausflug auf den Mont Sëuc und fahren mit der Gondel den Berg hinauf. Der Schnee glitzert und die Seiser Alm präsentiert sich an diesem Tag in herrlichem Sonnenschein. Die Seiser Alm ist die grösste Hochalm Europas und wunderschön! Der frisch gefallene Schnee bietet perfekte Bedingungen für eine Schlittenfahrt. Unsere Kinder stürzen sich mit Begeisterung die Hänge hinunter. Auch wir Eltern nutzen die Gelegenheit, um uns auf die Schlitten zu setzen und die atemberaubende Aussicht auf die verschneite Bergwelt unter dem strahlenden Sonnenlicht zu geniessen.
Nach unserer Rückkehr ins Hotel gönnen wir uns entspannende Momente im Spa. Bei Raffaella erhalte ich eine wohltuende Gesichtsbehandlung und ich bin überzeugt, dass diese warmherzige Italienerin goldene Hände hat. Nach einer entspannenden Massage gesellt sich auch mein Mann wieder zu mir. Gemeinsam plantschen und spielen wir mit den Kindern im Pool, um die letzten Stunden voll auszukosten. Wir sind uns alle einig: Dieser Roadtrip war ein voller Erfolg und wir kommen wieder.

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